Interview mit dem Grafen von Unheilig 24.06.09

Autorin: Daria Szegeda

Am Anfang möchte ich mich bei Ihnen noch einmal für diese Möglichkeit, ein Interview zu machen, bedanken. Und ich möchte mit einer brenzligen Frage beginnen.
Gibt es Fragen von Journalisten, die Sie nicht mögen?

Im Grunde kann man mich alles fragen. Allerdings trenne ich strickt Privates und Musikalisches. Daher gehe ich auf Fragen, die gerade mein Privatleben betreffen nicht näher ein, weil sie in meinen Augen nichts mit Musik zu tun haben.

Fans haben immer Fragen, die nicht direkt mit Ihrem Schaffen zu tun haben, die aber für die Fans interessant sind. Hier ist eine Reihe solcher Fragen:

Bekommen Sie schlechte Laune, wenn Sie Ihr Horoskop gelesen haben und es Ihnen Schlechtes prophezeit? Glauben Sie an solche Dinge?

Ich bin schon ein sehr abergläubiger Mensch. Allerdings bin ich nicht der Typ, der gezielt Horoskope oder ähnliches sucht.
Wenn ich allerdings per Zufall über eines stolpere, zB. in einer Zeitschrift, dann lese ich es und frage mich, ob das gelesene auf mich eintreffen könnte.
Allerdings bekomme ich da keine schlechte Laune von. Ich weiß ja, wie ich mich fühle. Da brauche ich kein Horoskop für.

Welche Sportarten mögen Sie? Mögen Sie Fußball? Schauen Sie sich die Spiele der Nationalmannschaft an?

Wenn, dann schaue ich Fußball der Nationalmannschaft. Allerdings auch nur dann, wenn es um eine EM oder WM geht. Alles andere, interessiert mich eher nicht.
Ich mache selber sehr viel Sport um fit zu sein und es auch zu bleiben. Anschauen tue ich ihn mir fast nie.

Alle berühmten Musiker bekommen viele unterschiedliche Geschenke. Was machen Sie mit diesen Geschenken? Sammeln Sie diese Geschenke oder geben Sie diese weiter/weg? Gibt es Geschenke, die Sie besonders mögen oder die Sie sehr beeindruckt haben? (welche?)
Welche Geschenke würden Sie sich von Ihren Fans noch wünschen?

Alles, was ich von den Fans geschenkt bekomme, sammle ich in meinem Studio. Da habe ich mittlerweile einen separaten Raum für. Das ist für mich meine kleine Schatzkammer voller Erinnerungen. Ich freue mich immer sehr darüber, wenn ich etwas geschenkt bekomme.
Etwas spezielles wünschen würde ich mir nicht. Das ist eher unangebracht, denke ich. Ich freue mich über alles, was von Herzen kommt.

In einem Interview haben Sie gesagt, dass Sie Filme sammeln. Sind das
Werke aus bestimmten Jahren, eines konkreten Regisseurs, eines bestimmten Genres? Oder gefällt Ihnen Kino einfach? Wie groß ist Ihre Sammlung jetzt?

Ich sammle alle Filme, die mir gefallen und die ich mir immer wieder gerne ansehen möchte.
Das muss nicht gerade ein bestimmter Regisseur sein. Entweder der Film gefällt mir oder nicht.
Mittlerweile ist die Sammlung recht groß, weil immer wieder einmal ein neuer Film dazu kam.
Irgendwann habe ich aufgehört die Filme zu zählen. Es sind allerdings viele…sehr viele.

Gibt es ein Stadt außer ihrer Heimatstadt, die Sie sehr mögen und in die Sie immer wieder zurückkehren wollen?

Ich habe mal längere Zeit in Hamburg und Lübeck gelebt. Da habe ich sehr viele schöner Erinnerungen dran. Ich freue mich daher natürlich immer wieder drauf, wenn ich in diese Region komme.

Was halten Sie davon, dass manche Selbstmordfälle mit Gothik-Musik in Verbindung gebracht werden?

Wenn das so ist, dann wäre das schlimm. Allerdings basiert mit Sicherheit auch vieles auf bestimmten Vorurteilen, die genauso haltlos sind wie vieles andere.
Todessehnsüchte haben nichts mit einer musikalischen Richtung zu tun, in meinen Augen. Das sind die Menschen, die sie ausleben oder nicht.
Ich halte das für Blödsinn.

Welche derzeitigen ukrainischen Bands kennen Sie? Was glauben Sie, warum wir keine berühmten und erfolgreichen Bands haben?

Mein musikalisches Wissen ist da eher begrenzt. Das hat allerdings nichts mit ukrainischen Bands oder Bands anderer Ländern zu tun.
Ich höre fast nie andere Musik um mich nicht beeinflussen zu lassen.

Möchten Sie am Eurovision Song Contest teilnehmen?

Nein Danke.

Wie wichtig ist für Sie das Internet für Ihre Arbeit als Musiker und welche Rolle spielt es in Ihrer Freizeit?

Das Internet dient mir lediglich dazu schnell informiert zu sein und zu werden. Mehr passiert hier im Grunde nicht.
Ich lebe da eher zurückgezogen.

Wir alle haben uns schon an das Heiligenbild von Der Graf gewöhnt. (weiße Linsen, Anzug und so weiter). Ich möchte nicht nach dem Ursprung dieses Heiligenbilds fragen und auch nicht, wie Sie sich in diesem Heiligenbild fühlen. Ich würde sehr gern wissen, welches Ihre natürliche Augenfarbe ist?

Ich finde man sollte und darf mich nicht als Heiligenbild sehen. Heiligenbilder zeigen von der Kirche heiliggesprochene Personen mit Heiligenschein.
Das bin ich nicht !!!! Kontaktlinsen trage ich nun schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr.
Wer nun unbedingt wissen möchte, welche Augenfarbe ich habe, der kann mir nun einfach in die Augen schauen.

Und jetzt möchte ich zu Ihrem Schaffen und dem Ihrer Musik-Kollegen zurückkommen.
Wir alle warten auf ein neues Album. Kommt es Ende 2009 heraus oder erst 2010? Welche Überraschungen haben Sie für uns parat?

Das Album wird 2010 herauskommen und wird „ Grosse Freiheit „ heißen. Ebenso wird es eine
gleichnamige Tour geben. Mehr möchte ich noch nicht verraten.

Gibt es Musiker oder Bands, mit denen Sie musikalisch zusammenarbeiten wollen?

Im Grunde kann das jeder sein. Ich habe da keine bestimmten Vorstellungen. Allerdings geplant ist im Augenblick nichts Konkretes.

Am Projekt „Unheilig und Friends“ nimmt die Band „Down Below“ teil. In nächster Zeit kommt ein Album von ihnen raus. Wie groß war Beeinflussung des Ergebnisses bei der Entwicklung und Zusammenarbeit mit Unheilig? Welche Beziehung haben Sie jetzt zu dieser Band?

Ich denke mal, wir sind musikalisch befreundet, wenn man es so nennen kann. Ob Unheilig nun Einfluss auf das musikalische genommen hat, weiß ich nicht. Das musst du schon die Band selber fragen.
Wenn es so wäre, wäre es schon eine Ehre für mich
Ich für meinen Teil kann sagen, das ich alle in dieser Band menschlich , sowie musikalisch sehr schätze.

Ich selbst bin ein großer Fan von Unheilig und wie alle anderen habe ich meine eigenen Lieblings-Songs. Für mich sind das «An deiner Seite», «Schutzengel» und «Astronaut». Welche Ihrer Lieder sind für Sie persönlich besonders wichtig? Welcher Ihrer Songs ist Ihr Lieblingssong?

Natürlich habe ich auch Lieder, zu denen ich eine emotionalere Bindung habe wie zu manch anderen. Gerade „An deiner Seite“ ist eines von den Liedern, die ich aufgrund des Hintergrundes sehr sehr mag.
Allerdings haben die anderen Lieder ebenso bestimmte Erinnerungen oder Momente die ich damit in Verbindung bringe. Schutzengel z. B war eines der ersten Lieder, welches von den Unheiligfans gewählt wurde als bestes Lied von dem Album „Das 2. Gebot“.
Das war im Grunde mit die erste Ballade. Da habe ich auch wundervolle Erinnerungen an die damalige Zeit. Gerade unsere erste Tour.
Ich denke jedes Lied hat seine Berechtigung. Im Grunde Liebe ich sie alle.

Viele Fans finden, dass Unheilig eine Kult-Band der Schwarzen Szene ist. Was bedeutet für Sie der Begriff „Kult-Band“? Glauben Sie selbst, dass Unheilig eine Kult-Band ist?

Also ich sehe mich da eher nicht als Kultband. Wenn Unheilig eine ist, dann ist es eine Ehre für mich.
Kultbands sind für mich eher Sisters of Mercy oder The Cure. Die gibt es auch schon sehr lange und haben auch viele Musiker musikalisch sehr beeinflusst, denke ich.
Ich würde mich freuen, wenn man in einigen Jahren auch mal so über mich redet. Allerdings dauert das noch etwas, denke ich.

Ich möchte noch Fragen zur „Unheilig Stiftung“ stellen. Einige Leute in unserem Land versuchen etwas Ähnliches machen, sind aber nicht immer erfolgreich damit. Haben Sie viele Antworten bekommen? Wie entwickelt sich diese Idee im Moment? Welche Pläne haben Sie in dieser Richtung für die nächste Zeit?

Es ist unglaublich, wie viele E-mails wir dazu bekommen und müssen uns nun erst einmal da durcharbeiten.
Über allem steht der Gedanke etwas Gutes zu tun und anderen zu helfen. In welcher Form wir das Ganze angehen, steht noch nicht fest.
Gerade bei einem solchen Thema gibt es viele schwarze Schafe, die mit diesem Thema Schindluder treiben. Daher haben wir einen Aufruf gemacht, dass uns Menschen schreiben sollen, die selber schon einmal gute Erfahrungen oder Hintergrundwissen haben von Organisationen, die wirklich helfen.
Das wird nun alles von uns sondiert, bis wir und genau festlegen, mit welchen Institutionen wir dann zusammenarbeiten.
Ich weiß, dass das Ganze nicht so einfach ist. Bin aber davon überzeugt, dass wir das hinbekommen.

Ich habe sehr viele gute und bunte Erinnerungen an das Zita Rock Festival 2009. Welche Eindrücke haben Sie von diesem Festival? Wollen Sie auch am Zita Rock Festival 2010 wieder teilnehmen?

Das Zita Rock Festival ist toll. Immer wieder eine grosse Party, wie ich finde. Ob es nun 2010 auch wieder soweit ist, das wir dabei sind, kann ich noch nicht sagen, 2010 kommt ja erst einmal das neue Album und unsere eigene Tour.

Und am Ende die vielleicht wichtigste Frage für unsere Leser. Im Blog habe ich gesehen, dass die Tour 2010 schon in Planung ist. Wird auf der Liste der Länder, die sich glücklich schätzen dürfen, auch die Ukraine sein?

Im Moment steht die Planung erst einmal für Deutschland. Das Ausland, wird allerdings auch nicht vergessen.
Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt.

Noch einmal vielen Dank für das Interview. Ich möchte noch sagen, dass Sie sehr viele Fans in der Ukraine haben, die mit großer Ungeduld auf Sie warten!

Ukr support Diary of dreams / Diorama



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